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Tschäggätta
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11. Jahrhundert
Glaubt man an die Sage der Schurtendiebe und dass diese,
den auf das 11. Jahrhundert datierten Siedlungsplatz 'Diätrich'
bewohnt haben, könnte der Ursprung der Tschäggättä
bis auf diese graue Vorzeit zurückgehen.

1550: Der Trinkelstierkrieg
Sollten die Trinkelstiere die Vorläufer der Tschäggättä gewesen
sein, würde deren Geburtsstunde ins Jahr 1550 zurückgehen.

1798/99: Das Bärenfell
Bis heute erzählt man sich die Geschichte, dass in Kippel,
'zwischän Wenn' (zwischen den Häusern auf dem Weg zur Kirche),
ein Bärenfell hing. Die Tschäggätta, welche mit dieser Bärenhaut
gekleidet im 18. Jahrhundert durch die Dörfer lief, habe einen
furchterregenden Eindruck gemacht. Das Fell soll bei der französischen
Invasion 1798/99 abhanden gekommen sein.

Aus der Zeit der Invasion sind eine Vielzahl von mündlichen
Überlieferungen erhalten, welche sich teilweise anhand
zeitgenössischer Dokumente überprüfen lassen. Beachtet man,
dass in einer geschlossenen Gesellschaft auch andere Erinnerungen
an bedeutende Geschehnisse über 200 Jahre bestehen blieben,
so darf auch der mündlichen Überlieferung vom Bärenfell glauben
geschenkt werden.

1827: Das Maskierungsverbot
Die Chronik von Johann Baptist Gibsten, Prior im Lötschental
von 1868  - 1876, enthält eine Abschrift einer Ortsverordnung von 1827. Diese lautet:

"Das nächtliche herumschwärmen, Wortverkehren, u. Masgieren sey es aus was für einem Protex u. Vorwand wird gänzlich untersagt u. verboten, zur Ausrottung dieser ärgerlichen u. abschaulichen Missbräuche sollen in allen Gemeinden u. Dorfschaften Aufseher bestellt u. aufgerichtet werden, welche bevollmächtig seyen im Ereignisfalle die Häuser der verdächtigen Personen durchzusuchen u. die Schuldige zur gebührenden Strafe zu ziehen aus Befehl geistlicher u. weltlicher Obern".

Einige verstehen unter dem 'Masgieren' dieser Verordnung das fasnächtliche Maskieren, andere sehen darin das Maskieren der Burschen beim Sprachu. Die Schwierigkeit, Quellen zu interpretatieren, macht dieses jüngere Beispiel einmal mehr deutlich.

1860..: Die Chronik
Die Chronik von Prior Gibsten (im Pfarrarchiv in Kippel) enthält ferner folgenden Text:

"Zur Fassnachtzeit war hier ein schrecklicher Missbrauch der sogenannten Tscheggette. So wüst man sich bekleiden konnte: das Gesicht mit abschaulicher Holzlarve, den Kopf mit Hörnern, den Leib mit Pelzen; Thieren ähnlich, Kind erschreckend, Töchter mit Asche und Blut etc. beschmieren, das war die Freude der sogenannten Tscheggetten. Auch unmoralisches lugte hie und da aus derselben Roheit hervor. Ich verdrengte sie endlich, doch aber hie und da vor der Fassnachtszeit eine Zurückerinnerung an das Verboht zu machen, konnte wohl am Platze seyn".

Dieser Text gilt als erste schriftliche Erwähnung der Tschäggättä.

 
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