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Ursprung

Wo liegt der Ursprung der Tschäggättä?

Eine grosse Frage, mit welcher sich Ethnologen und Einheimische bis heute schwer tun. Das grosse Buch über den Ursprung der Tschäggättä ist und bleibt vorderhand ein Traum.

In den bisher veröffentlichten Büchern und Meinungen werden vor allem folgende Deutungsversuche genannt:

Die Schurtendiebe
Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge hat es im 11. Jahrhundert
auf der Schattenseite des Tales, gegenüber Wiler, eine Siedlung,
genannt der "Diätrich", gegeben.

Eine Sage erzählt, dass dort eine Räuberbande,
genannt die "Schurtendiebe", gehaust haben.
Sie haben sich ab und zu verkleidet und
unter dem Schutz der Verhüllung
nächtliche Raubzüge durch die Dörfer unternommen.

Die Schurtendiebe sollen, einer Deutung zufolge,
kleinwüchsige Ureinwohner gewesen sein
(schurt = kurz, schurtun = abschneiden). Sie sollen
von Neueinwanderern vertrieben worden sein und
haben sich durch die Raubzüge ihr Hab und Gut
zurückgeholt.

 

Eine andere Deutung vermutet in den Schurtendieben eine Gruppe starker Männer, welche sich in einem Art Geheimbund zusammen taten und unter dem Schutz verhüllender Masken Raubzüge durch die Dörfer unternahmen. Aufgenommen wurde nur, wer mit schwerer Bürde die Lonza an einem Engpass westlich von Blatten, genannt 'ds Gesellisch Chinn' überspringen konnte. Keine andere Sage oder Überlieferung soll diesen Namen sonst erhellen. Als 'Gsell' wird im Lötschental ein lediger Bursche bezeichnet. Vermutungen gehen davon aus, dass dieser Ausdruck vielleicht doch mit der Mutprobe der sagenhaften Gemeinschaft der Schurtendiebe zusammenhänge.

Trinkelstiere
Wegen eines Abkommens zwischen der Eidgenossenschaft und Frankreich, welches dem König nebst anderem auch freies Durchgangsrecht sowie beliebig verlängerbaren Solddienst einräumte, herrschte im Wallis grosse Unzufriedenheit. Am 6. Januar 1550 kam es daher in Leuk zu einer Revolte. Die aufgebrachten Männer zogen zusammen mit weiteren Kuhglockenträgern, als Stiere verkleidet, mit Hahnenfedern, Tannästen und provozierenden Worten bis nach Visp, Brig und in die umliegenden Täler. Die Revolte der sogenannten Trinkelstiere ging unblutig zu Ende. Ob dieses Ereignis als Ursprung der Tschäggättä gedeutet werden kann, ist fragwürdig. In den Originaldokumenten zu diesem Ereignis von 1550 (Staatsarchiv in Sitten) ist nichts erwähnt von einer Verkleidung mit Fellen, Stier- oder Holzmasken.

Winter und Geistervertreiber
Gemäss dieser Variante sollen die Tschäggättä (wie auch in anderen heidnische Bräuchen üblich) dazu dienen, den Winter und die bösen Geister zu vertreiben.

Weitere Theorien
Die Ahnenkulttheorie besagt, dass die Bräuche die Wiederkehr der strafenden sowie der heilbringenden Ahnen symbolisiere. Der kulturelle Ansatz vermutet, dass die Masken von den Mysterien- und Volkstheatern übernommen wurden.

 

 
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